bg unterseite 01

Kirchenpatrozinium gefeiert – der Opfer der Weltkriege gedacht

Friesheim. Auf traditionelle Art feierte Friesheim sein Kirchenpatrozinium mit Kräuterweihe bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen.  Den feierlichen Gottesdienst zelebrierte Pater Mathew Mecheril.

Mit einem eindrucksvollen Festgottesdienst beging die Pfarrgemeinde das Fest Mariens Aufnahme in den Himmel, in der Pfarrkirche Friesheim. Die Feier des Kirchenpatroziniums in Verbindung mit der Kräuterweihe führte bei schönstem Sommerwetter die Pfarrgemeinde zusammen. In dem mit vielen Gläubigen und Vereinsabordnungen gefüllten Gotteshaus, dessen Seitenaltar die Vereinsfahnen während der Messe bildeten, zelebrierte Pater Mathew Mecheril feierlich den Gottesdienst und erinnerte, dass das Hochfest Mariens Aufnahme in den Himmel auch ein Zeichen der Hoffnung sei, denn an Maria habe sich erfüllt, was allen Gläubigen verheißen werde.

Der aus Indien stammende Geistliche der seit vielen Jahren in Wien wohnt und die Urlaubsvertretung von Pfarrer Stefan Wissel übernahm, erinnerte, dass Marie ei n wunderbares Vorbild für mütterliche Liebe sei. Als Eltern stehe man in  der Verantwortung Vorbild für Kinder zu sein im Glauben und auch im Leben. Zum Ende des feierlichen Festgottesdienstes segnete der Geistliche die Kräuterbuschen, die die Gläubigen mitgebracht hatten. Am Kriegerdenkmal gedachte man anschließend feierlich den verstorbenen Kameraden und Mitgliedern der Dorfgemeinschaft. Dabei sollte auch an die bleibende Mahnung gedacht werden, die von den Toten ausgehe.

Der Erhalt des Friedens müsse man zu den wichtigsten Zielen des Lebens erklären. Freiheit, Gerechtigkeit und Verständigung gehören dazu, erinnerte Pater Mecheril vor dem Kriegerdenkmal, wo sich die Gläubigen der Pfarrei und die Ortsvereine um das Ehrenmal versammelt hatten. Anschließend sprach Bürgermeister Hans Thiel die mahnenden Worte und hob hervor, dass Gedenktage ihre Rituale hätten. „Mit Gedenktagen setzen wir ein Zeichen und bekunden, dass wir uns der Geschichte stellen. Wir verleihen unserer Trauer und unserem Entsetzen Ausdruck. Wir machen deutlich, welche Werte für uns zählen. Gedenken ist kein Selbstzweck. Gedenken ist nicht nur auf eine Vergangenheit gerichtet, sondern ebenso auf Gegenwart und Zukunft. Denn es sensibilisiert dafür, rechtzeitig zu registrieren, wenn Frieden, Freiheit oder die Menschenrechte bedroht sind. Und Gedenktage sensibilisieren dafür, von welch großem Wert es ist, in Frieden und Freiheit leben zu können.

Die Geschichte zeigt uns, welch empfindliche Güter Frieden, Freiheit und die Wahrung der Menschenrechte sind. Sie werden einem nicht geschenkt, sie müssen errungen werden. Sie bleiben nicht automatisch erhalten, sie müssen bewahrt und verteidigt werden. Immer und überall aber unsere Geschichte zeigt auch, dass es sich lohnt für diese Werte einzutreten, dass wir Frieden und Freiheit gewinnen und erhalten.“  Im Anschluss zitierte er einen amerikanischen Karikaturist, der einmal gesagt habe, „Der Friede habe ebenso viele Siege aufzuweisen, wie der Krieg, aber weit  weniger Denkmäler“, ehe man für die Opfer von Krieg und Gewalt eine Schweigeminute einlegte und ihrer gedachte.

Während sich die Fahnen der Ortsvereine senkten spielte die Blaskapelle  „Tegernheimer Schnoukn“ das Lied vom „Guten Kameraden“ als drei Böllerschüsse in den Morgenhimmel hallten. Nach der Bayernhymne und der deutschen Nationalhymne formierte sich der Kirchenzug in Richtung Feuerwehrgerätehaus und Haus der Vereine, das an diesem Tag wieder ein Treffpunkt von Alt und Jung wurde. Hierbei sorgten die Mitglieder der Feuerwehr sowie Familie Graml für beste Bewirtung. ©Christine Kroschinski