

Friesheim. Auf traditionelle Art feierte Friesheim sein Kirchenpatrozinium mit Kräuterweihe und Totengedenken bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen. Mit einem eindrucksvollen Kirchenzug und Festgottesdienst beging die Pfarrgemeinde das Fest Mariens Aufnahme in den Himmel, in der Pfarrkirche Friesheim. Die Feier des Kirchenpatroziniums in Verbindung mit der Kräuterweihe führte bei schönstem Sommerwetter die Pfarrgemeinde zusammen. In dem mit Gläubigen und Vereinsabordnungen gefüllten Gotteshaus, in dessen Seitenaltar die Vereinsfahnen während der Messe einen festlichen Rahmen bildeten und im Eingangsbereich die Körbe mit Kräuterbuschen auf die Segnung warteten, zelebrierte Pfarrvikar Reginald Uzoho feierlich den Gottesdienst.
Er erinnerte, dass das Hochfest Mariens Aufnahme in den Himmel auch ein Zeichen der Hoffnung sei, denn an Maria habe sich erfüllt, was allen Gläubigen verheißen werde. In seinen Dankworten, sagte er unter anderem den Friesheimer Frauen, die sich wieder der Tradition des Kräuterbuschenbindens gewidmet hatten ein herzliches Vergelt’s Gott. Nach altem Brauch segnete der Geistliche im Anschluss des feierlichen Gottesdienstes die Kräuterbuschen, ehe die Festgemeinde die Kirche in Richtung Kriegerdenkmal verließ. Maria Ernst, die sich seit vielen Jahren des Blumenschmucks am Kriegerdenkmal annimmt, hatte auch heuer wieder für blühende Akzente gesorgt.
Im Rahmen des Totengedenkens gedachte man der verstorbenen Kameraden und Mitgliedern der Dorfgemeinschaft, die Opfer von Krieg und Gewalt wurden und durch Terror ihr Leben lassen mussten. Währenddessen säumten die Fahnenabordnungen der Vereine die rechte Seite und links intonierte ein Bläserquintett, und sorgte für den passenden musikalischen Rahmen sorgte. Nach der feierlichen Andacht sprach Bürgermeister Dominik Schindlbeck die mahnenden Worte und betonte, dass Frieden und Freiheit ein fragiles Gut sei. Das Erinnern an alle Opfer von Krieg, Terror, Flucht und Unrecht mahne zum Frieden, Menschlichkeit und Wachsamkeit in der Gegenwart. Er verband dies mit der Hoffnung auf Versöhnung und Menschlichkeit und dass Frieden nicht die Ausnahme, sondern selbstverständlich sei. „Friesheim zeigt heute mit ihren Vereinen, den Bürgerinnen und Bürgern und der Kirche, dass unsere Gesellschaft stärker ist als jeder Krieg. Miteinander, Füreinander und Nebeneinander“, so das Gemeindeoberhaupt, ehe er sich bei allen bedankte.
Während sich auf Kommando von Krieger- und Soldatenvereinsvorsitzendem Martin Hagen die Fahnen der Ortsvereine senkten, spielte das Bläserquartett Vorwaldblech das Lied vom „Guten Kameraden“, als drei Böllerschüsse in den Morgenhimmel hallten. Nach der Bayernhymne und der deutschen Nationalhymne formierte sich ein Kirchenzug in Richtung Haus der Vereine. Hier ging man zum gemütlichen Teil des Kirchenpatroziniums über, für dessen musikalischen Part ebenfalls das Quartett „Vorwaldblech“ unter Leitung von Franz Wagner sorgte. ©Christine Kroschinski
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