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Pfarrer Stefan Wissel feierte seinen 50. Geburtstag

Barbing. Nicht mit Pauken und Trompeten, aber dennoch mit viel Herzlichkeit, gebührenden Abstand (Corona lässt immer noch grüßen), ließen die Geburtstagsgratulanten Pfarrer Stefan Wissel zu seinem 50. Geburtstag am vergangenen Donnerstag hochleben.

Nicht selten ist Pfarrer Stefan Wissel selbst zu Geburtstagsgratulationen unterwegs, doch diesmal war er selbst derjenige, dem man zu einem „Runden“ gratulierte, versehen mit den besten Wünschen. Gerne hätte er anlässlich seines „halben Hunderters“ eine große Feier mit Gratulanten in Irl geplant, aber bis zur letzten Woche wusste man nicht was geht oder nicht geht, erzählt Pfarrer Wissel. So wurden im Garten des Pfarrhauses Stehtische aufgebaut und wer zum Gratulieren kommen wollte, konnte kommen, sozusagen „open House“ im Garten bei Sekt, Kaffee und Kuchen. Und am späten Nachmittag ließ das „Geburtstagskind“ sogar einen Foodtruck anrollen mit Hamburgern und Pommes.

Für den Barbinger Mike Hairston und seine  Rollin‘ Kitchen quasi ein Heimspiel. Und so wurde es eine vielschichtige, fröhliche und herzliche Geburtstagsfeier, zwar manchmal etwas feucht von oben, aber glücklicherweise verzog sich der Regen wieder. Gratulanten aus der Kirchenverwaltung, dem Pfarrgemeinderat und der Kindergartenleitung, gaben sich ein Stelldichein, wie auch Abordnungen der kirchlichen Vereine. Die Gratulanten gaben sich sozusagen die Klinke in die Hand, während die einen wieder gingen, kamen bereits die Nächsten. „Alles gut getaktet“, freut sich das Geburtstagskind. Zu den Gratulanten zählten neben der Familie auch Dekan Josef Weindl sowie die beiden Pfarrvikare der Pfarreiengemeinschaft Barbing-Sarching-Illkofen Pfarrer Gerhard Schedl und Pfarrer Reginald Uzoho und nicht zuletzt Gemeindereferentin Susanne Hermann und Pastoralassistent Tobias Henrich. Auch Bürgermeister Hans Thiel ließ es sich nicht nehmen Pfarrer Stefan Wissel im Namen der politiscjem Gemeinde zu gratulieren.

Auf die Frage ob der „Fünfziger“ wehgetan habe, meinte Pfarrer Stefan Wissel augenzwinkernd, dass der 40. schon schlimm gewesen sei, aber 50. schon eine ganz andere Kategorie sei und erläuterte die Wehwehchen, die einen Mann beim „halben Hunderter“ heimsuchen, ob der Augen die nachlassen oder das Kreuz das zieht. „S‘ is scho a Kreiz“, meinte der gebürtige Regensburger schmunzelnd. Aufgewachsen ist zusammen mit einem zweieinhalb Jahre älteren Bruder in Margaretenau (Stadtwesten von Regensburg), zwischen Hedwigsklinik und den Barmherzigen Brüdern. Umso schöner sei es, dass er in Barbing eine Pfarrei habe, eben nicht weit weg. Sein Bruder wurde Finanzbeamter und heiratete eine Finanzbeamtin. „Der Große ging zum Geld und i der Kloa, bin was Geistlich‘s wor’n“, erzählt er und fügt noch an, dass er sich mit seinem Bruder hervorragend verstehe.

Dass er Pfarrer wurde, dazu haben wohl auch die zwei Klosterschwestern Margarete und Ignazia beigetragen, die ihn in der Regensburger Kreuzschule unterrichteten. Während Schwester Margarete ihn anspornte nicht so faul zu sein und mehr zu arbeiten, habe ihm Schwester Ignazia zum Wissen angespornt. „Das waren schon zwei prägende Personen“, so Pfarrer Wissel, der ergänzt, dass auch noch ein damals junger und in der Jugendarbeit aktiver Kaplan mit dem Herz am richtigen Fleck zum Pfarrberuf inspirierte. 2001 sei er dann zum Priester geweiht worden und war anschließend drei Jahre Kaplan in Vohenstrauß und zwei Jahre in Kösching, ehe er 2006 seine erste Pfarrstelle in Leiblfing antrat. Danach ging es 2012 nach Pettenreuth, einhergehend die Ernennung zum Diözesanpräses für das Kolpingwerk Regensburg.

Ihn zog es jedoch in eine Pfarrei zurück und auf Vorschlag des Bischofs übernahm Pfarrer Stefan Wissel 2017 die Pfarreiengemeinschaft Barbing-Sarching-Illkofen, die  dreieihalb Jahre zuvor von Pfarrer Karl-Dieter Schmidt übernommen wurde, der im Zuge dessen Diözesanpräses vom Kolpingwerk Regensburg wurde.  „In Barbing fühl‘ ich mich wohl und zuhause“, betont Pfarrer Stefan Wissel  und denkt auch nicht ans Weggehen, zumindest nicht vor meinem 60. Geburtstag. Wenn er aber an die letzten eineinhalb Jahre zurückdenke, sei die Zeit nicht einfach gewesen. „Es war nichts normal. Bei jedem Gottesdienst musste man überlegen was möglich ist, ebenso bei jeder Feier, ob Taufe, Hochzeit, Kommunion oder Firmung“, konstatiert der Geistliche und ergänzt, dass er jedem dankbar sei, die ihn hier unterstützten und man in der Gemeinde in der glücklichen Lage gewesen sei, mit einem Team um Thomas Schachtner aus Illkofen und Adrian Golba in Barbing,  die Gottesdienste zu streamen. Schon kurz nach Beginn der Coronapandemie war Pfarrer Stefan Wissel mit einer der ersten, die Online-Gottesdienste in einer leeren Kirche feierte und die dann live übertragen wurden.

Pfarrer Stefan Wissel, der beliebte, manchmal unkonventionelle Pfarrer, fühlt sich in seiner Pfarreiengemeinschaft wohl und gut aufgehoben. Und schon fanden sich wieder neue Gratulanten ein. Dabei wurde immer wieder deutlich, wie beliebt und geschätzt Pfarrer Stefan Wissel und Hobby-Biersommelier in der Pfarreiengemeinschaft ist. Nicht nur dieJjüngeren schätzen seine Art und seine innovativen Ideen. Ob beim Hard-Rock-Gottesdienst, oder einem Open-Air-Gottesdienst unter dem Motto „Beten, Bier und Rock’n’Roll“ und nicht zuletzt auch kurzweiligen Vorträgen. Wissel ist mit Leib und Seele Pfarrer, der für die Menschen da sein möchte, aber auch den Herrgott näher zu den Menschen bringen möchte. ©Christine Kroschinski