Illkofen. Im Januar tauschte Pfarrvikar Reginald Uzoho seine neue Heimat in der Großgemeinde Barbing mit seiner Geburtsregion in Nigeria. Der Geistliche, der in seiner deutschen Heimat mit einigen Begeisterten einen Hilfsverein gegründet hat, berichtete vor einem interessierten Publikum über die Fortschritte des Hilfsprojekts.
Gut besucht war der von Pfarrvikar Reginald Uzoho initiierte Vortragsabend im Pfarrheim Illkofen, in dem er sowohl über den im vergangenen Jahr gegründeten Hilfsverein „Hoffnung für die Menschen in Mbano“, aber vor allem über seine Heimatreise im Januar dieses Jahres berichtete. Insbesondere über die Grundlage und den Basisaufbau des Vereins in Nigeria, dessen Ziel es ist ältere und kranke Menschen in der Region Mbano regelmäßig medizinisch zu versorgen und ihnen Zugang zu wirksamen Medikamenten zu gewähren. Sehr emotional war auch der Vortrag des Pfarrvikars, der an der Regensburger Universität promoviert und das erste Mal seit drei Jahren in seine ursprüngliche Heimat zurückkehrte und damit vor allem auch seine durch einen Schlaganfall halbseitig gelähmte Mutter überraschte.
In seinem kurzweiligen und von vielen Bildern untermalten Vortrag berichtete Pfarrvikar Reginald Uzoho auch über die schwierige Situation der Menschen in seinem Heimatland, denn eine medizinische Versorgung könne sich dort kaum einer leisten und eine Krankenversicherung gebe es nicht. Dies sei und war auch der erste Schritt des Vereins, nachdem man in Deutschland den Verein gegründet und ins Vereinsregister habe eintragen lassen, diesen auch in Nigeria eintragen zu lassen. Dies sei eines der ersten Aufgaben nach seiner Ankunft gewesen, berichtete Father Reginald. Durch diese Registrierung konnte man mit dem Unternehmen Pfizer kooperieren, um auch ordentliche und wirksame Medikamente zur Verfügung stellen zu können. Denn viele aus China stammende Medikamente seien einfach nicht wirksam und das sollte vermieden werden.
Nach Gründung des Vereins im nigerianischen Mbano, konnte Pfarrer Reginald auch eine Krankenschwester und einen Arzt gewinnen. Die Krankenschwester verfüge glücklicherweise über ein eigenes Motorrad, so dass auch die Mobilität gewährleistet sei. Der Arzt komme einmal im Monat für die Untersuchungen. Im Rahmen der Gründungsveranstaltung begannen auch die ersten Untersuchungen. Rund 250 Bewohner der umliegenden Dörfer nahmen die Untersuchung wahr. Für viele war es das erste Mal, dass sie einem Arzt vorgestellt und gründlich untersucht wurden. Einige wussten gar nicht wie krank sie waren. ‚Ein Blutdruck von 310 und ein Blutzuckerwert von 450 waren keine Seltenheit und vor allem auch viele Fälle von Typhus und Malaria. An einem Gesundheitstag wurden die interessierten Bewohner von Arzt über Krankheiten und Symptome informiert und die Krankenschwester referiert über gesunde Ernährung.
Von Seiten des Vereins hatte man sich vorgenommen, für 20 kranke Personen die ärztliche Versorgung zu übernehmen, doch es waren rund 50 Personen schwer krank. „Die Auswahl ist sehr schwer gefallen“, hob der Geistliche hervor und erzählte dass man den Verein in Nigeria „Foundation“ als ein Geschenk Gottes“ bezeichne. Die deutsche Bürokratie habe auf ihn schon ein wenig abgefärbt, musste er selbst schmunzeln, denn als die Lieferung der Medikamente kam, habe er diese selbst geprüft und auf den Lieferscheinen abgehakt. Die Krankenschwester schicke monatlich ihren Bericht, der auch auf der Homepage des Vereins veröffentlicht werde. Der monatliche Besuch des Arztes werde durch „Trommeln“ angekündigt.
Pfarrer Reginald, der selbst aus ärmsten Verhältnissen stammt und in einer Hütte aufgewachsen sei, wisse wie wichtig Bildung für die Kinder sei. Statt Schulbesuch tragen die Kinder schon sehr früh zum Lebensunterhalt bei und holen beispielsweise Wasser aus entfernten Brunnen, um dieses dann im Ort zu verkaufen. Doch Bildung sei wichtig, denn so könne vor allem vor Ort vieles bewirkt werden. Schlimm sei, dass die für das Gebäude in dem die Schule untergebracht war, der Mietvertrag gekündigt wurde. Die Kinder wenigen Kinder, die die Schule besuchen können, werden in einem Raum ohne Toiletten unterrichtet. Seine größte Vision wäre ein Gebäude mit Krankenstation und Schule, doch dazu benötige es viele Unterstützer und viel Geld. Derzeit sei man dabei Medikamente für das zweite Halbjahr zu kaufen.
Für seinen nächsten Besuch plane er eine Geburtstagsfeier für alle Kinder des Dorfes. Geburtstagsfeiern gibt es in Nigeria nicht, umso mehr sollen sich die Kinder darüber freuen mit leckerem Essen und Kuchen. Mit viel Applaus wurde der emotionale Vortrag bedacht und Pfarrvikar Reginald Uzoho zeigte sich dankbar für die Unterstützung und das Interesse. Selbst Bürgermeister Hans Thiel ließ sich den Vortrag nicht entgehen und dankte dem engagierten Verein und nicht zuletzt Pfarrvikar Reginald Uzoho. Bilder Father Reginald/C. Kroschinski/Bericht C. Kroschinski
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